In Deutschland werden jedes Jahr ca. 100.000 Borrelien-Erkrankungen festgestellt. Bundesweit ist ca. jede vierte Zecke mit den gefährlichen Erregern infiziert, die bei einem Stich auf den Menschen oder das Tier übertragen werden können. Häufig kommt es erst Monate danach zu vielschichtigen Krankheitsbildern, die einen direkten Zusammenhang mit dem Zeckenstich kaum erkennen lassen. Leider ist eine Impfung gegen Borreliose zur Zeit immer noch nicht möglich, so dass der Früherkennung eine besondere Bedeutung zukommt. Aufgrund der Lebensweise (keine Bindung an eng umgrenzte Biotope ) kommen Zecken nicht nur in Nadel-, Laub- und Mischwaldbeständen vor, sondern besiedeln auch Wiesen und Felder oder städtische Parkanlagen und Gärten.
Alle Entwicklungsstadien parasitieren auf Haustieren und den Menschen.
Mit Hilfe der Sinnesborsten wird am Körper nach einer geeigneten Saugstelle gesucht. Hierbei sind die Zecken sehr wählerisch und bevorzugen etwas feuchte, warme und gut durchblutete, dünne Haut.
Larven befallen im Allgemeinen die distalen Körperteile wie Füße, Hände und Kopf, saugen aber auch häufig an den Ohrrändern, in der Umgebung der Augen und des Mundes.
Nymphen lassen sich an den gleichen Körperstellen finden, suchen allerdings auch den Haaransatz, die Unterarme und die Unterschenkel auf.
Einen wirklich sicheren Zeckenschutz gibt es nicht. Sie können aber vorbeugend einiges zur Vermeidung von Zeckenstichen tun. Adulte Tiere suchen oft mehrere Stunden am Wirt nach einer geeigneten Saugstelle. Beim Menschen bilden enganliegende Kleidungstücke wie z. B. der Gürtel oder Strumpfgummi Barrieren, an deren Rand sie sich festsaugen. Oft finden sie sich auch in den Achselhöhlen, den Schenkelfalten sowie dem Genitalbereich.
Der Wissensstand bezüglich Borrelioseerkrankungen ist in der Veterinärmedizin im Vergleich zur Humanmedizin derzeit gering. Bekannt ist, dass verschiedene Spezies als Überträger von Borrelien fungieren können, aber selbst keine Symptome einer Erkrankung zeigen. Andere wiederum haben deutliche Anzeichen einer Klinik.
Bei Haus- und Nutztieren (Hund, Pferd, Rind) ist eine Borrelien-Infektion häufig durch Arthritiden (Lahmheit) gekennzeichnet. Desweiteren sind in Abhängigkeit von der Tierart z.B. eine Herz- und Nierenbeteiligung, Infektionen der Augen, Enzephalitiden oder Aborte zu beobachten.
Leider wird dem Infektionsrisiko hier noch wenig Bedeutung zugemessen und wertvolle Therapiezeit geht verloren.